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Mein liebster Studienort. Ohne Zweifel. Ohne Nachdenken. Ohne Wenn und Aber. Ist die TU in Harburg.
Dort wird man von der Umgebung mit viel Grün inspiriert, von den Mitarbeitern freundlich und kompetent behandelt, von den zur Verfügung stehenden Ressourcen (Computer, Bibliothek, ...) verwöhnt.
Nur mein zweitliebster Studienort. Nicht ganz so überzeugend. Mit Abstrichen. Ist die Universität Hamburg.
Dort hat man eine richtige Atmosphäre von Studententum. Man hat eine unheimliche Vielfalt an angebotenen Vorlesungen und eine wunderbar zentrale Lage mitten in der Stadt.
Abgeschlagen auf dem dritten Platz. Eindeutig nicht für höhere Platzierungen geeignet. Tadaaaa!
Die Fachhochschule in Bergedorf

Hier wird man bestimmt nicht von irgenddetwas Angenehmem abgelenkt von dem, was stattfindet: einer 1:1-Fortführung der guten alten Schule.
Meine Erfahrungen mit dieser Hochschule möchte ich hier schildern; ich empfinden das als Bewältigung der bitteren Wahrheit. Wenn zwischendurch etwas Zynismus durchkommen sollte, ist das das Ergebnis dreijähriger Zermürbung.
Der Hinweg
Dieses Bild beschreibt nicht etwa den Anfang des Weges. Der größte
Teil der Anreise ist schon hinter uns: durchschnittlich etwa 40 Minuten in öffentlichen
Verkehrmitteln oder Staus. Dann 3 Minuten Fußweg vorbei an der Polizei und
diesem wunderbaren Schild.
Es heißt ja nun auch Bergedorf. Daher kommt als nächstes was?
Mit exakt 15% Steigung. Danach erleben wir den einzigen Höhepunkt des Fachhochschultages, denn bekanntlich schüttet der Körper bei Erschöpfung Glückshormone aus.
Doch wer hoch fliegt, der kann tief fallen!
Das Gebäude
Weiter ober schon mal zu sehen, ist das Gebäude der FH Bergedorf architekturpreisgekrönt.. Da es in den 70ern gebaut wurde, heißt das: es wurde konsequent so häßlich und grau wie möglich gestaltet, mit albernen und schnell abbröckelnden Farbklecksen zwischendurch.
Durch die kunstvoll öde Gestaltung konnte natürlich auf Übersichtlichkeit kein Wert gelegt werden. An jeder Ecke Gibt es solche Schilder, die ich persönlich erst einmal beachtet habe. Zwei Wochen später fand mich ein Suchtrupp. Ich hatte mich in einem bisher unentdeckten Winkel mit Tropfwasser am Leben gehalten.
Die Studenten und Professoren
Es gibt Dinge, von denen habe ich keine Ahnung. Dazu gehören auch die Studenten der FH Bergedorf. Ich habe mich mit ihnen nur wenig befasst, da es kaum Berührpunkte für mich als Quasi-Außenseiter gibt. Mein Vorurteil ist, dass die Leute hier durch die fehlende Abgrenzung zur Schule auch noch weitestgehend Schüler sind, doch das ist eben ein Vorurteil, nur durch das Aussehen Einiger gerechtfertigt.
Die Professoren genießen bei mir wesentlich höheres Ansehen als die der Uni, da sie viel mehr Zeit mit Vorlesungen / Seminaren etc. verbringen müssen und das Vermitteln von Informationen daher besser beherrschen. Auch erreichbar sind sie besser; wenn man einen FH-Prof auf dem Flur anspricht, ist er zumeist für einen da und beantwortet Fragen. Dieser Punkt gelten so ähnlich auch für einige Fachbereiche der TU.
Die Vorteile
Klar gibt es auch Vorteile. Die FH Bergedorf hat zum Beispiel immmer freie Räume, in denen stark frequentierte Vorlesungen der anderen Hochschulen des WiIng-Studienganges verschoben werden können. Die relativ hohe Professorenqualität, oben schon erwähnt, ist der andere Vorteil. Beides wird durch die Lage etwas absurd. Es ist etwa so, als ob man kostenlose Parkplätze anbieten würde, mit kostenloser Autowäsche, allerdings in einem Vorort der Stadt.
Fazit
Es hatte mal jemand die Idee, einen Teil der Fachhochschule Hamburg in der Pampa zu bauen. Soweit ich weiß, hat er sich auch noch geldmäßig dran beteiligt. Daher haben ihm seine Zeitgenossen auf die Schulter geklopft, und das war falsch.
Sie hätten ihn in die Ecke stellen und aus vollem Hals anschreien sollen , und das so lange, bis er etwas Nützliches mit seinem Geld anfing. Leider besaß niemand die notwendige Voraussicht, und der Bau eines vernünftigen FH-Standortes in der Stadt wurde wahrscheinlich um Jahrzehnte verzögert.
| aktualisiert: 05.07.2004 | ich@jan-koch.com |