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Meine Zeit in Malaysia

Zur Struktur

Ich werde diese Seite in Tagebuchform immer weiter aufbauen. Die ersten Tage werden sicher ausführlicher ausfallen als andere, da es noch viel mehr Neues zum Erzählen gibt, und an manchen Tagen gibt es wahrscheinlich nicht viel zu sagen, aber ich versuche dranzubleiben. Fotos kommen sicher auch regelmäßig dazu.

Eine Sache zu den Zeiten: Ich schreibe immer so, wie es für mich natürlich ist. Wenn also der Bericht über einen Tag in der Gegenwart geschrieben ist, dann ist er am gleichen Tag verfasst. Alles, was in der Vergangenheit steht, ist erst an einem der nächsten Tage entstanden.

Takeoff...

Der erste Eindruck meines Praktikums

Takeoff. Ein gutes Wort, um mein Gefühl im Moment zu beschreiben. Das sonnige Deutschland verschwindet unter mir. Ein wunderschönes Gebirge verlässt gerade mein Fenster. Ich fühle mich etwas seltsam angesichts des perfekten Service der Singapore- Airlines- Stewardessen. Hoffentlich wird in der nächsten Zeit nicht die selbe Perfektion von mir erwartet.

Mein Hamburger Leben benimmt sich auf dem Weg aus meinem Kopf sehr seltsam. Ich muss aufhören, mich an Erinnerungen an meine Familie, meine Freunde, Wohnung und Besitz zu klammern, und alles für eine Zeitlang loslassen. An Freiheit, wie an die meisten anderen Dinge, muss man sich gewöhnen.

Wie dem auch sie, ich freue mich wirklich auf das Mittagessen, das bald serviert wird. Oder ist es das Frühstück? Schwer zu sagen bei den sechs Zeitzonen, die wir überfliegen. Was es auch immer sein mag, es riecht großartig. Dem Geruch nach zu urteilen ist es das Mittagessen. "Fischfilet in gelbem Thai-Curry mit Gemüse der Saison" hört sich mal ganz anders an als der übliche Lufthansa-Müll. Ich höre jetzt auf, aus dem Fenster zu sehen, und schreibe später weiter.

Das Mittagessen, war, wie erwartet, super. Jetzt überfliegen wir ein weiteres Gebirge, diesmal schneebedeckt. Ich wüßte auch seinen Namen, wenn ich in Erdkunde damals ein Bisschen besser aufgepasst hätte. Laut der Karte ist es westlich des Schwarzen Meers.

Das unbekannte Gebirge

Bemerkung: Später habe ich dann herausgefunden, dass es die Karpaten waren. Eine weitere Lektion, die ich nachgeholt habe!


Der Mai

Montag, 05.05.2003 (Tag 1)

Mein erster Blick auf Penang

Um 9 Uhr Penang-Zeit kam ich an. Dass es für mich eigentlich erst 3 Uhr war und ich bisher nicht geschlafen hatte, war vergessen, als mich die Einreisebeamten aufhielten. Ich konnte keinen Einladungsbrief von Bosch vorweisen. Ich konnte ihnen jedoch bald erklären, dass ich dort für einige Monate arbeiten würde, worauf sie mich freundlicherweise durchließen. In Deutschland wäre ich wahrscheinlich kurzerhand ins Flugzeug nach Hamburg gesetzt und zwischendurch mit Handschellen auf dem SARS-Quarantäneklo festgekettet worden. Hier läuft das anscheinend etwas lockerer, was auch an dem Einfluss von Bosch liegen kann.

Michael und Martin, zwei Mitpraktikanten, holten mich vom Flughafen ab. Die Temperatur war zuerst ein Schock, 31 Grad am Morgen. Daran habe ich mich jedoch schnell gewöhnt, besonders durch die relativ niedrige Luftfeuchtigkeit.

Das Apartment

Unser Fenster im 11. Stock

Das Apartmenthaus, in dem ich mit Michael und Rene eine Wohnung teile, ist eins der höheren Gebäude der Umgebung. Unsere Wohnung liegt im 11. Stock, was Dankbarkeit für den äußerst schnellen Fahrstuhl aufkommen läßt. Der große Vorteil dabei ist, dass so hoch kaum noch Mücken fliegen, die in diesen Gefilden nicht nur lästig, sondern auch noch infektiös sein können. Es gibt ein großes Wohnzimmer und drei Schlafzimmer, wovon meins derzeit das Kleinste ist. Das kommt davon, wenn man als letzter kommt. Ich glaube aber nicht, dass ich darunter leiden werde, da es eine Menge interessanterer Orte in Penang gibt als mein Schlafzimmer.

Dienstag, 06.05.2003 (Tag 2)

Um 1 Uhr mittags bin ich aufgewacht...

um 2 Uhr aufgestanden...

um 3 Uhr aus dem Haus gegangen...

und um 4 Uhr war ich im Bus nach Georgetown, der Hauptstadt von Penang. Das war schon ein Abenteuer, da der Bus ziemlich klein war (so 30 Personen passten rein) und sehr rasant gefahren wurde.
Siehe Infobox Straßenverkehr

Straßenverkehr

In Malaysia ist die Straße ein gefährlicher Ort. In Penang sterben täglich ca. 2 Menschen auf der Straße, meist auf dem Mofa. Das ist bei einer Insel mit 500.000 Einwohnern gar nicht mal wenig. Da das aber immer noch 250.000 Tage = 685 Jahre bis zum Tod des letzten Menschen auf der Insel sind, fahren die Leute weiter wie gewohnt.

Es herrscht natürlich Linksverkehr, da Malaysia ja mal englische Kolonie war. Daher sollte man beim überqueren einer Straße gut aufpassen, dass man nicht den Blick nach links wendet, wie aus Deutschland gewohnt, sondern brav den vorbeirauschenden Autos entgegen nach rechts.

Wenn man das beachtet, gibt es wenig Probleme, allerdings muss man etwas aufpassen, damit einen nicht ein unaufmerksamer Fahrer erwischt. Fairerweise sollte ich hinzufügen, dass man meistens mit der Rücksicht der Autofahrer rechnen kann.

Das Autofahren werde ich noch ein Bisschen verschieben... Michael (mein Mitbewohner) kommt aber gut klar.

Im Bus saßen auch etwa acht 14- bis 16-jäehrige Mädchen, die sich mit der Zeit immer mehr um mich herum gruppierten und die ganze Zeit (soweit ich das beurteilen konnte) über mich redeten.

Komtar

Das Komtar-Hochhaus in Georgetown

In Georgetown kam ich am Komtar an, einem 58-stöckigen Hochhaus, das in seinen 4 unteren Stockwerken mit einer Art Shopping Mall gefüllt ist. Ich hatte eigentlich vor, zur Aussichtsplattform ganz nach oben zu fahren, aber ich fand das Büro, das die Karten dafür verkaufte, erst nach sechs Uhr. Ich fand es geschlossen vor.

Der Rest der Mall war trotzdem die Busreise wert. Sie ist recht unüberschtlich aufgebaut, so dass man hinter jeder Ecke wieder etwas Neues entdecken kann. Klamottenläden teilen sich die vier Stockwerke mit verschiedensten Computer-, Spielzeug, Accessoiresläden und Internetcafes. In diesem Teil des Gebäudes verbrachte ich so 2 Stunden, bis ich hungrig wurde. Dann gab es noch den fünften Stock, in dem eine Halle mit verschiedensten Essensständen untergebracht war. Selbstverständlich war das Essen wieder gut.

Die Fahrt zurück war etwas länger, da der Verkehr sich zu einem konstanten Stop-and-Go entwickelt hatte. Zufrieden kam ich um neun Uhr zu Hause an, gerade rechtzeitig, um mit einigen anderen Praktikanten indische Roti (eine Art Blätterteig-Fladenbrot mit verschiedenen, meist süßen Geschmacksrichtungen und Curry-Sauce) essen zu gehen.

Mittwoch, 07.05.2003 (Tag 3)

Heute bin ich zum ersten Mal bei der Arbeit. Am Morgen hat mich Patricia Chiang (ihr richtiger Name ist für Europäer unaussprechlich, daher lässt sie sich von uns netterweise Patricia nennen) in Empfang genommen. Sie hat mir alles erklärt, mir meine Firmenkarte gegeben und mich meinem neuen Chef Allen Kow vorgestellt. Der sagte mir, dass noch nicht ganz klar ist, was meine Arbeit genau sein wird, und hat mir erst mal einen Computer gegeben. Ich lebe also wieder.

An diesem Computer ist dann im Laufe des Tages dieser Text (inklusive dem über die letzten Tage) entstanden sowie ein paar Emails. Zwischendurch habe ich dreimal warm gegessen (Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken). Puuh! Wenn das Essen nicht so lecker wäre, müsste ich heute Abend sicher nichts mehr essen.

Donnerstag, 08.05.2003 (Tag 4)

Heute morgen hatte ich ein ganz seltsames Erlebnis. Ich bin schon um 6:30 Uhr aufgestanden, um noch meine Verbeugungen zu machen, und fand eine äußerst seltsame Geräuschkulisse vor. Vor der Tür wurde gerade der Müll abgeholt, was ganz schönen Krach machte, nebenher predigte der Mullah auf ziemlich aggressive Weise von seinem Minarett (wahrscheinlich so etwas wie "Jetzt kommt endlich aus den Federn, Ihr faulen Säcke!"). Ich sah dann aus dem Fenster, und der Anblick war genauso seltsam. Mehrere Männer hievten zusammen die große Mülltonne in den Müllwagen, und nebenher liefen einige Frauen (oder Mädchen) zu einem Bus, fast in Reih und Glied.

Bei Tageslicht hätte das alles noch ganz normal ausgesehen, aber da Malaysia ja nahe am äquator liegt, ist es um 6:30 Uhr noch dunkel, und das Szenario war eher fürchterlich.

Der Rest des Tages verlief besser. Ich wurde meiner zukünftigen Chefin vorgestellt, und morgen werde ich wohl einiges über meinen letztendlichen Job erfahren.

Am Abend war ich noch in einer kleinen Bar namens "Grand Bay" in der Nähe unserer Wohnung. Dort gab es die House-Highlights aus meiner Feierzeit vor einigen Jahren zu hören.

Freitag, 09.05.2003 (Tag 5)

Viel Neues gab es bei der Arbeit bisher nicht. Ich bin längst nicht so müde, wie ich dachte, aber gestern wurde es auch nur etwa 1 Uhr, bis wir von der Bar aus wieder losfuhren.

Zum Mittagessen waren wir bei einem Inder, der wirklich gutes Hühnercurry zu bieten hatte. Etwas gewöhnungsbedürftig war dabei, dass das Huhn offensichtlich bis auf die Federn und Innereien komplett zerhackt worden war, sprich mit Knochen, die noch reichlich und unerwartet im Essen auftauchten. Na, wenn man das mit Fisch macht, wird es wohl mit Fleisch auch gehen... Zum Essen hier kommt demnaechst auch eine Infobox, das ist nämlich ein echtes Argument, für immer hier zu bleiben. Auch wenn meine Mitpraktikanten nach einigen Monaten verständlicherweise manchmal Sehnsucht nach deutschem Essen haben.

Am Sonntag fahre ich mit einigen anderen nach Pulau Payar, einer Insel 40km nördlich von Penang, die ganz schön sein soll. Da ich ja in Asien noch neu bin, bin ich recht gespannt, wie es dort aussieht. Die Insel soll gute Gelegenheiten zum Tauchen, Schnorcheln und In-der-Sonne-liegen bieten. Hoffentlich wird das Wetter besser, denn heute ist es bedeckt und 28 Grad kalt.

Am Freitagabend war ich mit Sven, Kenneth und Sheiko in Georgetown Sushi essen. Das war das teuerste Essen bisher. Wir waren in einem Restaurant namens Sushi King, in dem das Essen auf einem gekühlten Fließband vorbeiläuft und man sich nehmen kann, was man möchte. Ich habe mir den Bauch bis obenhin vollgeschlagen und bin nachher mit einer Rechnung von RM25 (6 Euro) belohnt worden. So macht das schon mehr Spaß als in Hamburg.

Samstag, 10.05.2003 (Tag 6)

Der Plan war, mit Kenneth zum Botanischen Garten von Penang zu fahren und massenhaft Fotos zu machen. Das war der Plan, und das war es mit dem Plan. Dennoch sind die Fotos in diesem Abschnitt allesamt von Sven, da meine Kamera-Batterie schon früh am Tag versagte.

Kek Lok Si

Gegen Mittag fuhren wir mit dem Taxi los zum Tempel Kek Lok Si. Das ist ein großer buddhistischer Tempel, der dem Buddha des Mitgefühls Kuan Yin (tib. Chenrezig, skr. Avalokiteshvara) gewidmet ist. Bei den Chinesen ist dieser Buddha weiblich. Wir wurden am Fuß des Berges abgesetzt und sind von dort durch ein Labyrinth von Marktständen zum Tempel gelaufen.

Ein Marktstand auf dem Weg zum Tempel

Etwa auf halbem Weg kamen wir zu einem Teich mit hunderten Schildkröten. Sie schwammen herum, saßen auf Steinen, kletterten und wurden von Besuchern gefüttert. Eine kleine Brücke führte über den Teich. Von dort aus konnte ich auch einige Rotwangen-Schmuckschildkröten entdecken, die auch bei mir in Hamburg im Aquarium schwimmen (siehe hier). Die anderen konnte ich nicht identifizieren. Falls das jemand kann, möge er mir eine kurze Mail (Emailadresse am Ende der Seite) schreiben.

Schildkröten im sogenannten Erleuchtungs- Teich

Weitere 100m höher war dann eine Meditationshalle mit großen Statuen der Buddhas Avalokiteshvara, Manjushri und eines dritten, dessen Namen ich leider vergessen habe. Ich hoffe, ich kann ihn nachliefern. Dort konnte man Kerzen kaufen und sie den Buddhas opfern, was ich dann auch getan habe. Die Halle war wunderschön ausgeschmückt, alle Wände waren voll von Buddhastatuen und die Decke war bemalt. Es roch nach Räucherstäbchen, die vor der Tür abgebrannt wurden.


Die Decke der Meditationshalle
Eine Statue von Buddha Avalokiteshvara, oder auch Kuan Yin

Mit einem Aufzug ging es dann bis zur Spitze des Berges, wo die riesige Buddhastatue von Kuan Yin stand. Sie war sicher lich 20m hoch. Auch diese Zahl muss ich leider erst mal schuldig bleiben, weil ich auch ohne Zahlen recht beeindruckt war von ihrer Schönheit. Im Netz habe ich gerade erfahren, dass sie 30,2 m hoch ist. Dort gibt es auch noch eine sehr schöne Seite mit Bildern.

Kuan Yin in groß und Bronze

Hier konnte man nicht nur Kerzen opfern, sondern auch Bündel von Räucherstäbchen und glänzende Schindeln, die für das Dach eines neuen Gebäudes verwendet werden. Die Atmosphäre dort war atemberaubend (nicht nur wegen der vielen Räucherstäbchen).

Kraftvolle Herren ;-)

Vor der Statue standen zwei recht kraftvoll anmutende Herren (der kraftvolle Herr im Vordergrund jetzt mal ausgenommen). Das sind buddhistische Schützer, die Unheil vom Tempel und den Praktizierenden abhalten sollen.

Schließlich sind wir zu Fuß wieder den Hügel herunter gelaufen, nicht ohne noch mal einen kleinen Abstecher zum Schildkrötenteich zu machen und eine kleine Gebetskette (Mala) zu kaufen. Die gesellte sich dann zu dem Rucksack und dem T-Shirt, die ich auf dem Hinweg erstanden hatte. Ach ja, das weltliche Leben ist leidvoll...

übrigens waren das ja Svens Fotos. Mit ihm, Heiko und Kenneth habe ich die Tour ja gemacht. Da ich bisher nur Fotos von mir verwendet habe, möchte ich doch noch einmal unterstreichen, dass ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, und noch ein Bild von ihnen und zwei netten Mädels zeigen, die gern ein Foto mit uns zusammen haben wollten. Von links: Kenneth, Sven, unbekannte Glückliche Nr. 1, unbekannte Glückliche Nr. 2, Heiko. Jetzt ist mein Gewissen beruhigt.

Fototermin in einem Innenhof des Tempels

Sonntag, 11.05.2003 (Tag 7)

Pulau Payar

Um 6 Uhr wurde ich unsanft daran erinnert, dass vier Stunden Schlaf reichen mussten. Ich hatte meine Kamera wieder geladen, und das sollte nicht umsonst sein. Widerwillig bewegte ich mich in die Dusche, doch beim Frühstück stellte sich schon die Freude auf das ein, was ich erleben würde.

Am Freitag hatten wir die Fähre nach Pulau Payar gebucht und dabei gefeilscht wie blöd, bis wir einen Preis von 105 Ringgit (25 Euro) erstritten hatten. Das ging auch nur, nachdem sich der Verkäufer überzeugt hatte, dass wir eine Arbeitserlaubnis in Malaysia haben und somit keine Touristen sind.

Pulau Payar

Heiko, Sven und Kenneth vor dem Reisebüro

Ich war wieder, wie am Samstag, mit Heiko, Kenneth und Sven unterwegs. Als wir am Reisebüro ankamen, waren wir alle noch etwas geschafft. Im Bus wurden wir zum Fähranleger gebracht, wo wir dann erfuhren, dass die Fähre erst eine Dreiviertelstunde später fahren sollte. Schwamm drüber!

Auf der Fähre schliefen alle schnell ein. Alle? Nein, ein kleines Dorf... also, ich blieb wach und ließ mir den Wind um die Ohren wehen. Ich hatte schließlich am Anleger schon ein halbes Stündchen meditiert und war dementsprechend fit. Die gleißende Sonne und der Geruch des Meeres taten ihr übriges, so daß ich nach eineinhalb Stunden Fahrt hellwach war.

Bei der Ankunft war ich ziemlich baff. So etwas hatte ich bisher nur in Filmen oder auf Urlaubsfotos weitgereister Bekannter gesehen. Das Meer war türkis, der Strand war weiß, die Palmen grün, und direkt hinter dem Strand erhob sich die kleine Insel Pulau Payar mit ihrem dichten Regenwald.

Die Tauch- und Büffet- Plattform

Die meisten Touristen wurden auf einer Plattform nahe der Küste abgesetzt, von der aus man ins Wasser gehen und schnorcheln konnte. Ich glaube, 90 Prozent schafften es nicht an den Strand, bis sie schließlich mit dem Boot hingefahren wurden. Das lag vielleicht auch daran, dass die meisten Asiaten anscheinend nicht schwimmen können. Sie wurden mit Schwimmwesten ins Wasser gesetzt und paddelten dann recht ungeschickt herum. Links ist ein Bild von der Plattform.

Wir hatten die abgespeckte Version ohne Büffet gebucht und "mussten" daher an den Strand. Wir hatten einen Guide, der uns die wichtigsten Sachen zum Schnorcheln erzählt hat, und waren zehn Minuten später im Wasser. Das hatte etwa lauwarme 28 Grad und war bis zu zehn Metern uneingeschränkt durchsichtig.

Fische unter dem Boot, das uns an Land brachte

Das Meer um die Insel ist ein Unterwasser- Naturpark, und einige Fische werden extra gefüttert, daher gab es eine unglaubliche Vielfalt. Namen kann ich kaumm nennen, bis auf einige, die ziemlich offensichtlich sind und daher auch die größten Attraktionen der Insel waren.

Da gab es einige Schwarzspitzenhaie, die noch recht klein waren und von einem Mitarbeiter des Parks am Strand gefüttert wurden. Der größte von ihnen war schon recht respekteinflößend und vielleicht einen Meter lang.

Weiterhin gab es einen Barrakuda, der ebenfalls gefüttert wurde. Von den Fischen konnte ich leider keine Fotos machen, da ich für meine Kamera kein Unterwasser-Gehäuse habe. Ich überlege aber, mir noch eins zuzulegen, da es bestimmt noch einige Gelegenheiten gibt, schöne Unterwasserwelten zu knipsen.

Der letzte große und potentiell gefährliche Fisch war eine Muräne. Die wurde nicht vorgeführt, aber Heiko und ich haben sie beide mit aufmerksamen Augen gefunden. Sie war recht träge, da nachtaktiv, dennoch war es ein kleiner Schreck, sie zu sehen. Bald legte sich jedoch die Angst, da sie sich wirklich nicht viel bewegte, und ich tauchte in etwa 2m Tiefe zu ihr herunter. Schön war sie wirklich nicht, aber wahrscheinlich schon effektiv beim Jagen.

Bessere Fotos konnte ich vom Strand aus machen. In der Nähe waren noch weitere kleine Inseln, die allerdings keinen Strand hatten. Rechts macht Heiko für die Kamera einen Handstand.

Der Strand von Pulau Payar
Heiko

Unser Guide erzählte uns, dass Pulau Payar (Pulau: Insel) je nach Jahreszeit völlig anders aussieht.

Angeblich sollte der Strand sich in etwa einem Monat von der Seite, wo er jetzt war, auf die andere Seite verlagern.

Das konnte ich zuerst nicht glauben, bis ich bei der Arbeit mit einem Kollegen sprach. Er hielt es für völlig ausgeschlossen, dass auf der Seite der Plattform, auf der wir angekommen waren, Strand war. Als er zum Tauchen dagewesen war, war dort nur felsige Küste gewesen. Daraufhin kam mir das mit der jahreszeitabhängigen Form schon viel wahrscheinlicher vor.

Unsere Liegen, die wir nur etwa eine halbe Stunde nutzten, standen direkt vor dem Regenwald. Leider haben wir es nicht geschafft, auch mal einen kleinen Ausflug in den Wald zu machen, da wir nur insgesamt fünf Stunden auf der Insel waren. Es gibt aber auch auf Penang genug Regenwald, um drin zu wandern, und hier werden auch "Hash runs" (ein Art Schnitzeljagden) veranstaltet, bei denen man sich richtig verausgaben kann.

Hinter unseren Liegen

Im Wald von Payar jedenfalls, sagte der Guide (dessen Namen ich leider vergessen habe), gibt es Pythons und Königskobras. Vielleicht wollte er auch nur, dass wir am Strand bleiben ;-) Allerdings gibt es das größte Vorkommen von Königskobras in Malaysia. Ich bin gespannt, ob ich mal eine sehe. Wohl eher unwahrschinlich, da sie mich schon viel früher hören und wegschlängeln würde.

Der Regenwald

Die Stunden auf der Insel waren wirklich wunderschön, aber ich muss auch dafür bezahlen. Noch heute (Dienstag) habe ich einen Wahnsinns- Sonnenbrand, da ich ohne T-Shirt geschnorchelt habe. Ich hoffe, es bleibt noch etwas Haut, nachdem es anfängt zub pellen. Außerdem hoffe ich, dass man Hautkrebs irgendwann heilen kann.

Auf der Fahrt nach Hause

Montag, 12.05.2003 (Tag 8)

Heute besucht der große SPD-Vorsitzende Gerhard Schröder das schöne Kuala Lumpur. Eigentlich blöd, dass wir nicht versucht haben hinzukommen, denn man konnte als deutscher Praktikant wohl Karten für seien Rede bestellen. Allerdings hätte ich es bestimmt nicht mehr rechtzeitig geschafft, da ich erst so kurz da bin.

Dienstag, 13.05.2003 (Tag 9)

In seiner Rede gestern hat Schröder das multiethnische und multireligiöse Zusammenleben in Malaysia gelobt. Daher mache ich mir heute ein paar Gedanken, wie ich das sehe. Daraus entsteht wieder eine Infobox

Religionen in Malaysia

In Malaysia gibt es vier Hauptreligionen:

  • den Islam, der auch Staatsreligion ist,
  • Buddhismus,
  • Hinduismus
  • und das Christentum.

Daneben gibt es auch noch Shintoismus und den verwandtren Taoismus sowie einige schamanistische Religionen im malaysischen Borneo (den Bundesstaaten Sabah und Serawak).

Die Religion, vor der ich naturgemäß am meisten Vorbehalte hatte, war der Islam. In der letzten Zeit rechtfertigen ja viele kranke Menschen ihre Taten mit dem Qu'ran. Auch die Art, wie in Deutschland manche Moslems mit Frauen umgehen, fand ich nicht gerade beispielhaft.

Daher schockierten mich zuerst die vielen Frauen, es sind vielleicht die Hälfte oder mehr bei Bosch, die ein Kopftuch tragen. Ich ließ mich davon jedoch nicht beeindrucken und fand heraus, dass auch Frauen mit Kopftuch hier offen und humorvoll sein können. Und ein charmantes Lächeln unter einem Kopftuch sieht auch nicht schlechter aus als ohne. Auch in den indischen Restaurants, deren Wände mit Bildern der Kabah und arabischen Schriften vollgekleistert sind, wurde ich an meinem ersten Tag wirklich gastfreundlich bedient, obwohl ich die Sitten noch nicht kannte und alles falsch gemacht habe.

In jeder Hinsicht kommen mir die Leute hier so tolerant und offen vor, dass ich mich meiner anfänglichen Vorbehalte schäme.

Von den anderen Religionen kann ich nicht so viel sagen, da man ihre Anhänger (bis auf die eine oder andere Shiva- oder Buddhastatue oder ein Kreuz) nicht besonders gut erkennt. Es hat mich nur sehr gefreut, als Hinterbleibenschaft des chinesischen Vorbesitzers meines Computers, der gleichzeitig mein Chef ist, einen Desktophintergrund mit buddhistischen Prinzipien zu finden.

Heute habe ich außerdem meine Flugkosten-Rückerstattung bekommen. In Ringgit-Scheinen sieht das ganz schön viel aus. Ist es ja auch, immerhin 700 Euro. Damit dürfte ich erst mal ein Weilchen auskommen. Auch sonst ist das Geld nicht gerade das größte Problem hier, aber so ein Polster tut schon gut. Damit kann ich mir erst mal eine größere Speicherkarte für meine Kamera leisten.

Mittwoch, 14.05.2003 (Tag 10)

Der Geburtstag des Propheten Mohammed

Am Geburtstag des Propheten ist in einem islamischen Land wie Malaysia natürlich Feiertag. Das heißt zwar nicht, dass irgendwelche Geschäfte geschlossen wären, aber immerhin war bei Bosch frei. Ich konnte also die Gelegenheit nutzen und endlich mal Georgetowns Chinatown anschauen. Das hatte ich schon öfter vor, aber bisher war immer etwas anderes los gewesen. Rene, Elke und Martin begleiteten mich in dieses Viertel, dass sich nördlich des Komtar Building bis fast ans Meer erstreckt.

Von diesem Tag gibt es keine Fotos, da ich ohne Kamera unterwegs war. Das wird auch noch an den nächsten Tagen der Fall sein, weil ich sie Michael für seine Reise nach Pulau Tioman geliehen habe. In Chinatown stellte das sich für den Anfang als ganz gut heraus, da ich so den Kopf frei hatte, um die Atmosphäre zu genießen. Die ist nämlich ein Bisschen anders als in anderen Teilen Penangs. Die Straßen sind weniger befahren, die Gesichter sind zum größten Teil chinesich, und am Straßenrand gibt es Massen von kleinen Läden.

Diese Läden verkaufen alles, was man sich vorstellen kann. Es gab eine Straße mit vielen Elektrogeschäften, eine mit Juwelieren, in der Wächter mit Schrotgewehren vor den Geschäften saßen, und so weiter und so weiter. Aufgelockert wurde das Ganze durch einige Tempel, die überall verstreut lagen. Sie waren meist unheimlich aufwändig dekoriert und liebevoll eingerichtet.

Besonders eindrucksvoll war der Hainan-Tempel, ein taoistischer Tempel nahe der Penang Street (Jalan Penang). Hier stand neben taoistischen Bildern und Schriften auch eine schöne Buddhastatue. Nachdem wir uns alles ein wenig angesehen hatten, sprach uns ein Chinese, Mr. Ang, an. Wie er uns erst später verriet, hatte er neun Monate in Deutschland verbracht und sprach gutes Deutsch. Von ihm erfuhren wir, dass der Tempel einem chinesischen Clan gehört und auch ein Treffpunkt für die Clanmitglieder ist.

Dort gibt es auch ein reichhaltiges Angebot an chinesischen Künsten und Medizin. Unterricht in verschiedenen Kampfsportarten wird ebenso angeboten wie Yoga und chinesische Kräuterbehandlungen. All dies steht Touristen normalerweise nicht offen, aber der quirlige Mr. Ang schien uns zu mögen.

Am Abend kramte ich mein Chinesisch-Lehrbuch hervor, da ich wieder Lust bekommen hatte, etwas Mandarin zu lernen. Mal sehen, wie weit ich damit in meiner Zeit hier komme.

Donnerstag, 15.05.2003 (Tag 11)

Der Tag der Geburt, Erleuchtung und des Todes des Buddha

Heute ist ein großes buddhistisches Fest. Leider ist Buddhismus nicht Staatsreligion, daher gibt Bosch seinen Angestellten nicht frei. Mein Chef fehlt trotzdem, er hat wohl Urlaub genommen.

Heute Abend geht es nach Georgetown, um die Festlichkeiten zu diesem besonderen Tag zu bestaunen.

Karneval

Ein Buddha-Wagen

Das war vielleicht eine seltsame Angelegenheit. Ich wußte ja, dass die Asiaten für Kitsch zu haben sind, aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Eigentlich hatte ich mir vorher gar keine Vorstellung von der Veranstaltung gemacht, nur hatte ich schon vermutet, dass es etwas anders abläuft als in Kölle im Frühling.

In Asien ist alles etwas anders

Es gab zuhauf feierlich geschmückte Wagen, die immer einen mehr oder weniger glitzernden Buddha trugen und mit Sonnenrädern nur so übersät waren. Das war für mich als Deutschen etwas seltsam, da das Sonnenrad in der deutschen Vergangenheit, zumindest in der gespiegelten Version... kurz gesagt, es sieht aus wie ein Hakenkreuz. Jeder dieser Wagen gehörte einem anderen Karnevalsverein... ich meine natürlich einer anderen buddhistischen Vereinigung. Kinder oder Erwachsene liefen vorneweg oder hintendran, ganz verschieden.

Frau Waldorf und Frau Statler

Am Straßenrand standen Massen von Leuten, die kleine Regenbogen-Fahnen schwenkten. Einige ließen sich auch in den sogenannten "Trishaws" herumfahren, die man in Chinatown überall sieht. Die beiden Damen rechts fanden wir alle besonders schön. Sie saßen vor dem Ausgang einer Schule, aus dem einen Moment später hunderte Kinder strömten, unter denen vielleicht auch ihre Enkel oder Großenkel waren.

Ooooohhhhh wie süß!

Nach einer gewissen Zeit wurde das Ganze ein Bisschen langweilig, und wir gingen erst einmal essen. Darüber verloren wir den Anschluß an die Parade und verpassten den feucht-fröhlichen Teil,,falls es noch einen gab. Ich bin mir da allerdings nicht so sicher. Zu dem Thema muss ich noch mal einen chinesischen Kollegen interviewen.

Freitag, 16.05.2003 (Tag 12)

Heute habe ich meinen endgültigen Arbeitsplatz bekommen. Hier bin ich der einzige Praktikant und sitze zwischen Bergen von Platinen, Lötkolben und alten Computergehäusen. Beizeiten muss ich mal Platz schaffen, damit ich etwas mehr von meiner Umgebung sehe. Die Kollegen, die ich bisher kennen gelernt habe, sind nett.

Meine Aufgabe werde ich mir wahrscheinlich am Montag abholen. Dann bekomme ich hoffentlich auch eine Einweisung in das Programm, an dem ich arbeiten soll. Davon schreibe ich hier wohl besser nichts ;-)

Am Wochenende fahre ich zusammmen mit Elke, Susanne, Thomas und Rene nach Kuala Lumpur. Dort gibt es sicher mal wieder Großstadtflair. Nicht dass ich das vermisse, hgier gibt es genug Vielfalt, um mich noch eine Weile bei Laune zu halten. Trotzdem bin ich gespannt, wie so eine asiatische Großstadt aussieht.

Samstag, 17.05.2003 (Tag 13)

Um 8 Uhr ging es von zu Hause los. Martin war so nett, uns zum Busbahnhof zu bringen. Wir, das sind Elke, Susanne, Thomes, Rene und ich. Busbahnhof ist allerdings etwas uebertrieben. Dort hielten einfach die Busse an der Straße und es gab eine Reihe von Büros, die Tickets verkauften. Für 21 Ringgit hatte Susanne schon am Donnertag die Tickets nach Kuala Lumpur erstanden.

Die Busfahrt

Wir stiegen also in einen überlandbus ein, der für deutsche Verhältnisse wirklich luxuriös ausgestattet war. Die Sitze waren etwa so groß wie Business-Class-Sitze im Flugzeug, drei in jeder Reihe. Stoßdämpfer fehlten ebensowenig wie ein Fernseher.

Auf diesem Fernseher fand dann auch das vorläufige Highlight des Tages statt: Es wurde der Film "Johnny English" gezeigt, gerade erst im Kino, und zwar in der von der Leinwand abgefilmnten Version. Schon die Tatsache, dass hier raubkopierte Filme im Bus gezeigt werden, finde ich super! In Sachen Urheberrecht ist man in Malaysia etwas lockerer als in Deutschland, wo das Busunternehmen wahrscheinlich sogar GEMA-Gebuehren zahlen wuerde. In den grossen Einkaufszentren gibt es Läden, die raubkopierte Software, Computerspiele, DVDs und CDs im großen Stil verkaufen.

Kuala Lumpur (KL)

KL von oben (Fernsehturm)

Erst einmal vorweg: Kuala Lumpur heisßt eigentlich hier immer nur KL. Ich vermute, das leigt daran, dass der Name nicht eben schmeichelhaft ist: übersetzt bedeutet er "schlammiger Zusammenfluss". Das kommt daher, dass die Stadt an dem Punkt gegründet wirde, an dem die beiden Flüsse Kelang und Gompak ineinander fließen. Vielleicht hört sich "KL" aber auch einfach nur neuer, westlicher und schicker an.

Eines der vielen schön gebauten Hochhäuser

Die Stadt ist jedenfalls ziemlich neu und modern. Vor 1900 war sie bloß eine kleine Ansammlung von Hütten, bis der malaysische Zinn-Boom kam. Dann war die Stadt ein wichtiger Umschlagpunkt für das Metall, dass im Malaysia reichlich vorkam. In den letzten Jahrzehnten kam noch der Handel mit öl dazu, der in der Hand der staatlichen ölgesellschaft Petronas ist.

Kuala Lumpur ist also eine reiche Stadt. Das macht sich in den Preisen bemerkbar, die manchmal ein gutes Drittel über denen in Penang liegen. Auf den Straßen sieht man wesentlich mehr Menschen, die durch ihre Kleidung und ihr Aussehen Wohlstand ausstrahlen. Es gibt viele Shopping Malls, die selbst für deutsche Begriffe exklusiv sind.

Im Herzen jedoch ist KL eine asiatische Stadt, die ihren Charme erst langsam verliert. Das große Chinatown sieht genauso aus, wie man es erwartet. Eben dort schlugen wir für das Wochenende unser Lager auf. In einem einfachen Gästehaus kamen wir zu fünft in einem sauberen Zimmer mit Klimaanlage unter. Der Preis von 10 Ringgit pro Nacht ließ sich sehen, und der Besitzer des Gästehauses gab uns noch eine Menge Tips mit auf dem Weg.

Am ersten Tag klapperten wir die üblichen Attraktionen der Stadt ab. KL ist, was die Sehenswürdigkeiten angeht, auf kleinen Raum konzentriert. Daher sagen manche, das man an einem Tag alles gesehen haben kann. Das würde ich allerdings nicht unterschreiben, da es eine Fülle von Dingen gibt, die den Besucher sicher mehrere Wochen in Atem halten können. Mehrere gute Museen, Stadtteile in völlig unterscheidlichen Baustilen und ein großer Vogelpark tragen zur Attraktivität der Zwei-Millionen-Stadt bei.

Merdaka Square

Leider habe ich von vielen Dingen keine Fotos, da ich meine Kamera nicht dabei hatte. Diese Fotos muss ich beim nächsten Besuch dort nachreichen. Alle Fotos in diesem Abschnitt sind von Sven und Heiko, die schon ein paar Wochen zuvor die Stadt besichtigt hatten.

Merdaka Square, der "Platz der Freiheit", ist der Platz, auf dem bis 1957 die britische Flagge gehisst wurde. Nach der Unabhängigkeit Malaysias wurde zum ersten Mal die malaysiasache Flagge gehisst, die jetzt am größten Fahnenmast der Welt hängt. Umgeben ist der Platz von wunderschönen Gebäuden, unter anderem einer riesigen Moschee. Ein Kricket-Platz mit englischem Rasen erinnert an die Kolonialzeit.

v.l.n.r.: Elke, Rene, Thomas, Susanne, Jan

Am Nordende des Platzes gönnten wir uns im Schatten eines großen, geschmackvoll angelegten Springbrunnens eine Pause. Bei 35 Grad war die Kühle des Wassers eine willkommene Abwechslung. NAch erfolgreiche Erholung machten wir uns zu Fußauf den ca. 3km langen Weg zum

Fernsehturm

Der Fernsehturm aus der Ferne

Der vierthöchste Fernsehturm der Welt erhebt sich in KL von einem 80m hohen Hügel. Dieser Hügel ist gleichzeitig ein Naturreservat, in dem der ursprüngliche Regenwald der Gegend erhalten wurde. Auf Schildern wird vor Königskobras und Riesen-Tausendfüßlern gewarnt, doch so recht glauben wollten wir nicht daran.

Kurz vor Sonnenuntergang stiegen wir in den Fahrstuhl, der uns ca. 350 Meter nach oben transportieren sollte. Die Aussicht war atemberaubend. über Kopfhörer konnte man sich erzählen lassen, wo man in KL am besten sein Geld ausgeben sollte ;-) Nachdem wir alle diese Durchsagen über uns ergehen lassen hatten, widmeten wir uns der Aussicht:

Die Petronas Towers, die höchsten Gebäude der Welt
Ein weiterer Blick vom Fernsehturm aus

Das Nachtleben

Nach diesem anstrengenden Tag erholten wir uns bei einem Essen in Chinatown. Danach wollten wir uns in einem Club mit dem verheißungsvollen Namen "Beach Club" austoben und noch etwas tanzen. ICh muss sagen, für mich war der Abend der absolute Tiefpunkt des Wochenendes. Dasw heißt nicht viel, ich habe mich in Deutschland schon viel schlimmer gelangweilt, aber diesen Club werde ich definitiv nicht wieder besuchen. In einem großen Aquarium mitten im Raum wurden zwei kleine Haie zur Schau gestellt, von der Sorte, die ich schon in Pulau Payar im freien Meer gesehen hatte. Man konnte für sie nur Mitleid empfinden.

Die Musik war teilweise ganz anständig, aber was den Club unausstehlich machte, war die Menge an Touristen und Expats (Ausländern), die ihn bevölkerten. Alles war sehr teuer, sogar über deutschem Niveau, und Stimmung kam bei mir gar nicht auf. Der Name hätte mich misstrauisch machen müssen. Der Gipfel war dann, dass um drei Uhr alle Gäste rausbefördert wurden, obwohl es im Grunde noch voll war.

Sonntag, 18.05.2003 (Tag 14)

Am Samstag mussten wir alle uns noch von der langen Nacht erholen und schliefen bis 11 Uhr aus. Wir hatten eigentlich vorgehabt, um 9 Uhr die Petronas Towers zu besteigen, die noch immer die höchsten Hochhäuser der Welt sind, aber dazu fühlte sich um 8:30 Uhr niemand in Stimmung.

Also gingen wir um 12 Uhr aus dem Haus, um noch ein wenig einzukaufen. Das Angebot an Elektronik und Kleidern in KL ist beeindruckend, und gerade Elektronik ist relativ günstig zu haben. Susanne kaufte sich eine Kamera in einer großen Shopping Mall namens "Sungei Wang Plaza".

Die Skybridge, die die Petronas Towers verbindet

Danach machten wir uns auf den Weg zu den Petronas Towers, die wir nun wenigstens noch von unten bestaunen wollten. Die überraschung war groß, als wir tatsächlich noch Eintrittskarten für 15:30 Uhr bekamen, um die sogenannte Skybridge zu besuchen, die die beiden Türme in 250m Höhe verbindet. Die Zeit bis dahin verbrachten wir mit Einkaufen in der Shopping Mall in den unteren Stockwerken, wobei für mich ein paar schöne Schuhe abfielen. Von ein paar leckeren Portionen Sushi gestärkt, traten wir unseren Weg zum Fahrstuhl zur Skybridge an.

Dort passierten wir zunächst rigorose Sicherheitskontrollen. Nachdem wir die hinter uns hatten, mussten wir noch kurz warten und konnten dann nach oben. Auf der Skybridge erwartete uns ein weiterer spektakulärer Ausblick auf KL und den Park, der vor den Petronas Towers angelegt wurde.


Rechts im Bild: einer der Türme
Die Straßen von KL
Der Park vor den Petronas Towers

Nach diesen letzten Eindrücken von Kuala Lumpur mussten wir uns etwas beeilen, um unseren Bus zurück nach Penang zu erreichen. Die Rückfahrt war etwas weniger komfortabel als die Hinfahrt, aber wir kamen ebenso sicher nach 5 Stunden Fahrt an. Ein weiteres Wochenende voller Erlebnisse ging zu Ende.

Montag, 19.05.2003 (Tag 15)

Bei der Arbeit bekam ich eine Art Uebungsaufgabe, die mich mit der Entwicklungsumgebung vertraut machen soll, in der ich arbeiten werde (Borland C++ Builder).

Am Abend sahe ich mir mit Michael, Natascha, Sven und Heiko den Film "Matrix: Reloaded" an. Laut Natascha und Michael, die den Film in Singapur schon gesehen hatten, waren die Kuss-Szenen zensiert (!). Da diese Szenen wahrscheinlich nur von der Haupt-Botschaft des Films abgelenkt hätten (Willst du nicht mein Kumpel sein, dann hau ich dir dir Fresse ein!), war ich darüber nicht böse. Trotzdem fand ich es bemerkenswert. Ein Wunder, dass der Film nicht mit Schleiern für die Frauen neu gedreht werden musste ;-)

Dienstag, 20.05.2003 (Tag 16)

Am Dienstag fasste ich den Plan, an meinem Geburtstag, dem Mittwoch, Gulasch für alle Praktikanten zu kochen. Ich informierte alle per Mail, so dass es kein Zurück mehr gab, als ich abends im Supermarkt stand und die Zutaten einkaufen musste. Das war bei Weitem nicht einfach. Im Supermarkt hier sind die Sachen nämlich ganz anders geordnet als in Deutschland, und sie sind auch viel bunter. Zudem waren gerade die Sachen, die man für Gulasch braucht, nicht gerade die typischen asiatischen Kochzutaten.

Ich brauchte allein fünf Minuten, um das Rindfleisch ausfindig zu machen, da dieses abseits von der großen Fleischtruhe mit dem Schild "HALAL" stand, obwohl es ebenfalls als halal ausgezeichnet war. Es gab sogar ein Schild mit einem Zertifikat dafür. Halal ist das muslimische Wort für koscher, bedeutet fast dasselbe und steht hier an den meisten Resaturants. Schweinefleisch ist nicht halal und Rindfleisch nur bei einer bestimmten Form der Schlachtung, deshalb gibt es hier ziemlich oft Huhn. Nur die Chinesen kochen gern mit Schwein und freuen sich, wenn man es essen möchte.

Schließlich bekam ich sogar den Wein für das Gulasch und konnte zufrieden nach Hause gehen, wo dann das Kochen begann.

Mittwoch, 21.05.2003 (Tag 17, mein Geburtstag)

Da ich für neun Uhr zum Essen geladen hatte, verließ ich die Arbeit etwas früher und fing an vorzubereiten. Das Original Wok-Gulasch war schon am Vorabend fertig geworden, also blieb nur noch das Ratatouille für die Vegetarier. Die Vorbereitungen liefen ohne Stress ab, und gegen neun Uhr trudelten die ersten Gäste ein.

Die Geburtstags- Gesellschaft, linker Teil: Thomas, Elke, Heiko, Ozzy, Michael
...und rechter Teil: René (im Hintergrund), Michael, Susanne, Sven

Insgesamt wurden es zehn Leute. Das Gulasch sowie Ratatouille ging komplett weg, obwohl Thomas, der einzige Vegetarier, kurzfristig wegen eines Geschäftsessens absagen musste. Danach waren alle etwas erschlagen. Auch wenn es nicht der heißeste Tag war, ist Gulasch doch ein sehr mächtiges Essen, das den klimatischen Verhältnissen in Malaysia nicht gut Rechnung trägt.

Dementsprechend ging alles zu zivilen Zeiten zu Ende. Man ging ins Bett, nicht jedoch ohne vorher noch Michael zu gratulieren, der am Donnerstag Geburtstag hatte.

Donnerstag, 22.05.2003 (Tag 18)

Der Donnerstag war ein recht müder Tag. Die Zeit nach der Arbeit verbrachte ich damit, für das Wochenende auf Pulau Langkawi Sachen zu packen und zu entspannen.

Am Abend machte ich dann noch einen Abstecher zum "Food Market", einem kleinen Wochenmarkt in der Gegend unseres Apartments. Dort wurden die verschiedensten leckeren Gerichte angeboten. Da ich hungrig war, warem meine Augen mal wieder größer als der Mund, und ich musste mit vollgestopftem Bauch ins Bett. Es gibt Schlimmmeres!

Freitag, 23.05.2003 (Tag 19)

Am Abend des Freitags brachen wir früh von der Arbeit auf, um uns auf den Weg nach Langkawi zu machen. Langkawi ist eine Insel nördlich von Penang, schon fast an der Grenze zu Thailand, die von vielen als Urlaubsort genutzt wird.

Zu zehnt fuhren wir mit dem Auto etwa anderthalb Stunden, um dann mit der Fähre weiter auf die Insel zu gelangen. Die überfahrt dauerte noch einmal anderthalb Stunden, so dass wir kurz nach der Abenddämmerung um acht Uhr auf Langkawi ankamen.

Langkawi

(siehe auch meinen zweiten Aufenthalt auf Langkawi)

Pulau (=Insel) Langkawi ist eine zollfreie Zone. Da alkoholische Getränke in Malaysia sonst sehr teuer sind, war unser erster Gang in einen großen Duty-Free-Shop, in dem wir uns mit Bier eindeckten. Michael und ich wollten schließlich unsere Geburtstage begehen. Nachdem das erledigt war, ging es mit dem Taxi zu unseren Unterkünften.

Wir hatten am Strand einige kleine Hütten gemietet, in denen wir jeweils zu viert übernachten konnten. Die Hütten waren zwar nicht fürstlich ausgestattet, aber immerhin gab es fließendes Wasser und eine Dusche. Zum Meer waren es etwa 50m durch den feinen weißen Sand.

Wir wurden von Christine und Andrea begrüßt. Christine verbringt gerade ihre restliche Zeit in Malayisa, nachdem sie ihr Praktikum bei Bosch schon hinter sich hat. Andrea war mit ihr zusammen unterwegs.

Bald wurden wir hungrig. Es war nicht weit bis zu einem kleinen thailändischen Restaurant, in dem ich mein bisher bestes Essen in Malaysia bekam: Gegrillten Seebarsch in scharfer Thai-Sauce. So lecker und so scharf hatte bisher nicht gegessen, und das will hierzulande etwas heißen.

Nach dem Essen gingen wir an den Strand, wo wir noch eine ganze Weile tagten, bis uns schließlich die Müdigkeit dahinraffte.

v.l.n.r.: Elke, Natascha, Andrea, Sven, Christine
...dazu noch Michael (liegend), Martin, Thomas, Andrea (liegend) und Susanne

Samstag, 24.05.2003 (Tag 20)

Den Tag begannich mit leichten Kopfschmerzen, da ich im Duty-Free nicht nur Bier, sondern auch sehr edlen Gin erstanden hatte. Nach dem Frühstück in einem Cafe am Strand war das bald vergessen, und der nächste Teil des Tages konnte beginnen.

Die Moped-Gang

Langkawi ist recht groß, und da es eine Menge zu sehen gibt, mieteten wir uns Mopeds, um die verschiedenen schönen Flecken der Insel zu erreichen. Schnell wurde jedoch der Weg zum Ziel und alle waren nur noch darauf versessen, möglichst schnell und halsbrecherisch umherzufahren.

Ankunft am Black Sand Beach
Der völlig überfüllte Strand - SARS sei Dank!

Unseren ersten Halt machten wir an einem schönen Strand im Norden, der "Black Sand Beach" genannt wird, weil der Sand dort von schwarzen Streifen durchzogen ist. Wir kamen zum ersten Mal richtig zum Schwimmen.

Leider war das Wetter nicht ganz so, wie mnan es sich für den Besuch einer tropischen Insel vorstellt. Es war zwar warm, aber auch bewölkt. So hatte ich Probleme, an meinen Sonnenbrand von zwei Wochen zuvor anzuknüpfen. Dieses Mal war ich allerdings auch schlau genug, mich nicht auf mich selbst zu verlassen, sondern das Eincremen meines Rückens jemand anderem zu überlassen.

Die Invasion aus dem Westen

Essen

Zum Essen hielten wir an einer kleinen Bude, die uns nach näherem Hinsehen ganz vertrauenswürdig vorkam. Der kleine Nachteil war, dass von den Köchinnen dort niemand Englisch (oder auch Malayisch) beherrschte. Wir fanden jedoch schnell einen hilfreichen Gast, der unsere Bestellung auf Thai übersetzte.

An diesem Tag versuchten wir noch zweimal, einen der Wasserfälle auf der Insel zu erreichen. Pustekuchen! Beim ersten Versuch fing es so heftig an zu regnen, dass wir den Weg zum Wasserfall nicht mehr gehen konnten. Den zweiten Wasserfall fanden wir schlicht nicht, aber dafür fanden wir einige sehr schöne Affen am Wegesrand.

Unsere nahen Verwandten ließen sich von uns nicht aus der Ruhe bringen

Der Abend war noch sehr nett, allerdings war ich noch etwas erschöpft und setzte mich früh ins Bett ab.

Sonntag, 25.05.2003 (Tag 21)

Der Tag begann für mich mit einem Sprung ins Meer. Die Sonne war draußen, und so erwachten meine Lebensgeister schon kurz nach mir. Ein fruchtiges Früstück, und dann ging es wieder los. Bis 3 Uhr whatten wir noch die Mopeds, und bis dahin wollten wir noch etwas schaffen.

Nach fünf Minuten fahren ging die Schaltung meines Mopeds nicht mehr. Vorsichtig, es nicht abzuwürgen, fuhr ich zum Verleiher und tauschte es gegen ein anderes um. Bei dem neuen funktionierte sogar die Tankanzeige!

Fast auf dem Gipfel: Jan, Thomas E. (vorne), Sven

So hatte ich Michael, Natascha und Susanne verloren, die mit der Seilbahn auf einen Berg fahren wollten. Stattdessen fuhr ich mit den zwei Thomassen und Sven per Moped auf einen anderen. Die Serpentinen bergauf waren der Höhepunkt des Tages, zumal nie jemand entgegen kam. Sven redete sich damit heraus, dass er ja schwerer sei, aber ich denke, ich bin einfach besser gefahren. Mit dem Mut der Verzweiflung schaffte er es, dass Thomas E. und ich oben nur 30 Sekunden auf ihn warten mussten. Thomas H. ging das Ganze von Anfang an eher gemütlich an.

Um uns für unseren Fahrstil zu belohnen, legte sich die Aussicht richtig ins Zeug und präsentierte uns dieses Panorama:

Blick vom Gipfel aus

Die Fahrt den Berg hinunter machte noch mehr Spass, da nun die Schwerkraft auf unserer Seite war. Wir donnerten die Serpentinen entlang, nur einmal gestört von Gegenverkehr, und machten uns dann wieder auf den Weg zu unseren Hütten.

Auf der Rückfahrt mit der Fähre war die Sicht besser als bei der Hinfahrt. Es entstanden einige schöne Bilder von vorbeifahrenden anderen Booten und der langsam untergehenden Sonne. Hier ein paar letzte Eindruecke:

Thomas - ratlos
Auf der Rückfahrt
Im Ankunftshafen

Montag, 26.05.2003 (Tag 22)

Hier muss ich zugeben, dass inzwischen schon der 6. Juni ist. Ich kann mich also nicht mehr so genau erinnern, was in der letzten Woche passiert ist. Dies ist die erste offizielle Lücke in meinem Tagebuch. Die nächsten Tage werde ich nur kurz anreißen.

Zuwachs: Rose

Am Sonntag schon angekommen, machte unsere neue Praktikantin Rose am Montag noch mal blau, wie das hier üblich ist. Am Abend trafen sie einige dennoch. Sie brachte mit ihrer unerschöpflichen MOtivation und leichten Hyperaktivität wieder etwas Schwung in die Bude. ;-)

Rose mit Elke

Dienstag bis Freitag, 27. - 30.05.2003 (Tage 23 - 26)

Am Dienstag unternahmen wir einen vergeblichen Versuch, uns im Kino X-Men 2 anzusehen. Der Film startete leider so früh, dass ich aufgab und Michael und Natascha sich zum achten Mal Matrix 2 ansahen.

An den restlichen Abenden kam es mir zugute, dass ich mir ein Agatha-Christie-Buch gekauft hatte. "Destination Unknown" ist sehr empfehlenswert, und am Ende der Woche war es auch durch.

Samstag, 31.05.2003 (Tag 27)

Nahverkehrsbusse in Penang

Busfahren in Penang ist ein Abenteuer. Ich liebe es. Obwohl man ständig mit anderen Leuten zusammenstößt, sie anrempelt, sich durchdrängeln muss, bleibt jeder freundlich. Es ist eben einfach voll. Wenn nicht alle reinpassen, lässt der Busfahrer halt die Tür auf, so dass noch zwei mehr Platz finden.

Im Bus bekommt man vieleicht den authentischsten Kontakt mit den Einheimischen. Es ist nicht unbedingt bequem und auch nicht gerade kühl, aber irgendwann kommt man jedenfalls an.

Die Busse sind nicht ganz so groß wie deutsche Busse. Bis auf wenige Ausnahmen werden Kleinbusse eingesetzt, die etwa halb so viel Plätze haben wie ein "großer".

Es gibt zwei Arten von Bussen, die sich gegenseitig in Unberechenbarkeit überbieten - einerseits "Yellow Bus" und andererseits "Bas Mini" (kein Rechtschreibfehler, sondern Bahasa Malaysia, die Sprache der Malaien). Im allgemeinen gilt: Wenn ein Bus kommt, dann kommt einer, wenn nicht, dann nicht.

Für Urlauber empfiehlt sich die monatliche "Tourist Newspaper", die im dritten Stock des Komtar hinter den Fahrstühlen bei der Tourist Guides Association zu haben ist. In dieser Zeitung sind die Sehenswürdigkeiten mit den jeweils angebrachten Buslinien abgedruckt. Einen besseren Überblick über die Busse gibt es nicht.

Samstag war der Tag für Tempel-Hopping. Rose und ich machten uns gleich morgens um 11 Uhr auf, um Georgetown von seiner religiösen Seite kennenzulernen. Erst mal mussten wir aber eine halbe Stunde auf den Bus warten. Der war dann auch entsprehend voll, so dass wieder das original malaysische Bus-Feeling (siehe Infobox) aufkam.

Tempel-Hopping

Wir hatten uns vorgenommen, mit der Trishaw (eine fahrradgetriebene Rikscha) herumzukommen. Nachdem wir im Komtar einige Zeit verbracht hatten und die schlimmste Mittagshitze vorbei war, mieteten wir uns eine solche mit einem ca. 70-jährigen Mann als Fahrer. Der wusste sofort, was wir wollten, und fuhr uns zuerst zu diesem schönen Tempel.

Der erste Tempel des Tages
Hier werden Kerzen geopfert

Danach ging es zu einer der Hauptattraktionen Georgetowns, dem Khoo Kongsi. Das ist das Clanhaus der Familie Khoo, die es offensichtlich zu einigem Reichtum gebracht hat. Es ist ebenfalls ein taoistischer Tempel und heute ist es ein Museum.

Das ganze Gelände war voll von bunten, aber sehr geschmackvollen Dekorationen, Lampions, Drachenstatuen usw. Leider hatten wir die Trishaw auf Zeit gemietet, daher blieben wir nicht lang genug, um uns wirklich für die Geschiochte des Khoo-Clans zu interessieren. Ich werde sicher noch einmal dort hingehen. Bis dahin: einige Eindrücke:

Ein Lampion im Khoo Kongsi
Der Drache und ich
Der Hindu-Tempel Maha Mariamman mit seinen kunstvollen Verzierungen

Nach diesem Tempel fuhren wir noch zum hinduistischen Tempel "Maha Mariamman". Der war leider geschlosen, so dass wir ihn nur von außen bestaunen konnten. Schön bunt war er jedenfalls. Die Inder haben eine für europäische Augen fast schon verschwenderische Art, mit Farben umzugehen. Das trifft sowohl auf die Tempel-Dekoration als auch auf die Kleidung der Menschen zu. Ich für meinen Teil war sehr begeistert.

Hier beendeten wir die Trishaw-Tour und gingen zu Fuß weiter. Wir waren nämlich gerade durch Little India gefahren, das sich westlich an Chinatown anschließt. Dort sah es noch ungewöhnlicher aus als in Chinatown, gerade wegen der vielen grellen Farben und ungewohnten Gerüche. In einem kleinen Devotionalien-Geschäft, in dem man die Schuhe ausziehen musste, erstanden wir ein kleines Räucheröfchen für Christine. Die wollte sich nämlich am Sonntag aus dem Staub machen und am Samstagabend ihren Abschied feiern.

Kuan Yin Teng

Unsere letzte Station für den Tag war wohl der meistbesuchte Tempel Georgetowns. Kuan Yin Teng, der Tempel der taoistischen und buddhistischen Göttin bzw. weiblichen Bodhisattva Kuan Yin, liegt an der Straße Lebuh Pitt. Hier lag so viel Rauch in der Luft, dass meine Augen bald zu tränen anfingen. An die fünfzig Leute waren damit beschäftigt, Räucherstäbchen zu opfern, Kerzen anzuzünden und symbolische Geldscheine zu verbrennen. Im Tempel selbst sah man fast nur Qualm. Man konnte spüren, dass hier viele ernsthaft mit ihrem Glauben beschäftigt waren.

Christines Abschiedsparty

Christine, die noch einen Monat Urlaub in Malaysia gemacht und zuvor in meinem Apartment gewohnt hatte, gab am Abend noch kräftig einen aus. Sie hatte Nudelsalat und unendlich viele Thunfisch- Häppchen gemacht, und im 14. Stock stand ebenfalls Tiger Beer für die Durstigen bereit. Nache einigen Stunden gemütlichen Zusammenseins wurde die Party ins "Grand Bay" verlegt, die Bar, in der ich schon in meiner ersten Woche einmal gewesen war.

Die Stimmung war gut, und auch Christine merkte man ihre gemischten Gefühle wegen des Abschieds nur wenig an. Bei mittelmäßsiger Musik und Billard feierten einige noch bis in die Morgenstunden. Ich war leider von der langen Stadttour etwas müde, so dass ich mich schon früher zurückzog.

Weiter zum Juni
aktualisiert: 07.09.2009 ich@jan-koch.com